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rauchschwade: Spritzfindige Bemerkungsfelder und einsame Manpower

Geschnitten Brot auf dem Standstreifen der Referenzautobahn.

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Augen auf beim Kleinviehkauf.

September 14th, 2008 by Manbrute Fetzenstein

Immer wieder erreichen uns, die wir leider selbst völlige Laien auf diesem Gebiet sind, Anfragen von jungen Menschen: “Ist ein Schwan koscher?”. “Ist ein Esel koscher?”. Nachdem wir nun nicht auf dem Glaubensweg in die Position geraten sind, diese Fragen zu beantworten, sondern auf dem Weg völlig unergründbaren Google-Algorithmen, soll die Beantwortung  möglichst knapp und unverfänglich ausfallen.

Koscher sind:

  • Rinder
  • Schafe
  • Ziegen
  • Rehe
  • Hirsche
  • Gemsen
  • Büffel
  • Enten
  • Hühner
  • Gänse
  • Tauben
  • Puten
  • alle Meerestiere mit Schuppen und Flossen

Trefe sind:

  • Esel
  • Schweine
  • Hasen
  • Kamele
  • Pferde
  • Stör
  • Krabben
  • Krebse
  • Aale
  • Austern

Raubtiere sind generell verboten, auch Raubfische, ebenso Insekten (Mit Ausnahme einiger nahrhafter und schmackhafter Heuschrecken-Arten.) Bei Wachteln, Rebhühnern und Fasanen ist die Quellenlage strittig; im Zweifelsfall also lieber nicht zugreifen.

Um auf die beiden oben gestellten Anfragen zurückzukommen: Ein Esel ist nicht koscher, da er zwar ein Paarhufer ist, aber seine Nahrung nicht wiederkäut. Der Schwan fällt wohl ebenfalls in die Kategorie des aus unsicherer Quellenlage noch nicht erörterten Federviehs - beachtet man allerdings den Grundsatz, dass man nur Tiere verspeisen solle, die als “sanft” eingeordnet werden können, so sollte man vom Braten des hochmütigen und angriffslustigen Schwans besser absehen.

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Zu laut, zu geschmacklos: Bierfahne muss weg!

September 1st, 2008 by Manbrute Fetzenstein

Bis gestern war Rutger Schnepf noch ein kompromissloser, beliebter und attraktiver Kleingärtner. Heute ist einiges anders. (Gestern und heute sind in diesem Fall metaphorisch verwendet, um einen nicht exakt bestimmbaren Zeitraum einzufangen; man weiß ja: Die Mühlen des Gesetzes mahlen langsam und die Justiz trägt nicht selten die berüchtigten Rauschbrillen, wenn es um Einzelschicksale geht - manche behaupten gar, sie “saufen zu oft”.)

Die Bierfahne muss weg! Die zwei schäumenden Krüge, die bisher jedem seiner stets gerne gesehenen Gäste den Weg zu seiner Laube wiesen, müssen weg! Die weiß-blaue Kampfansage an das Eimersaufen-Verbot, die textilen 1,3 Promille, die so lange die ekelhaften Gartenzwerge der Nachbarlaube vergessen machen ließen, sie müssen weg! Wenn der Wind weht, ist es zu laut, wenn der Geschmack hochkommt, ist sie los.

“Unterlassungsklage, Selbstanzeige, einstweiliges Gepimpere!”, schäumt Schnepf, “das ist ja wohl die schönste Art, Danke zu sagen!” Aber es hilft rein gar nichts, komplett vergilbte Liebesmüh, Rutger Schnepf muss seine Bierfahne entfernen. Der bröselige Fernseher zeigt “Ferien im Genietal Auschlag”, während der verrostete Flaggenmast mit Hilfe von Hardcore-Öl auf Halbmast gezwungen wird, um schließlich komplett unterzugehen, und mit ihm ein Stück Tradition der Kolonie. Die Geschichte einer Bierfahne.

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Schwanz: “Eine Gaygallery rechtfertigt noch keine Soirée!”

September 1st, 2008 by Serge Krokomieder

Ein Interview mit Rondel Schwanz (geboren Lenz Dulle), Kunstkritiker an der Volkshochschule Düsseldorf.

Rauchschwade (R.de): Was ist nur los mit der deutschen Kunstszene?

R. Schwanz (R.sz): Moderne Kunst verwirrt die Menschen. Die meisten fragen sich doch beim Anblick eines zeitgenössischen Kunstwerks, ob das eine Raupe mit blauem Stachel auf dem Kopf ist oder man doch nur wieder beschnittene Schwänze beim schlumpfen vor sich hat.

R.de: Die Massenmedien scheinen aber eigentlich ein recht umfangreiches Angebot kreativer Köpfe bereitzustellen…

R.sz: Die freitagabendliche Satire zum Rückwärts Einparken steht für den Exitus des Kulturbetriebs, lediglich dümmlichstes Kabarett lässt noch ein Lächeln über die Gesichter der Stränchenköpfe spielen, die in ihren von ekelhaften Gartenzwergen mit Bewegungsmelder bewachten Gartenhäusern dekubitieren.

R.de: Oft ist es natürlich auch schwierig, als kreativer Freigeist die verdiente Anerkennung zu finden.

R.sz: Das sehe ich anders.

R.de: Fehlt es nicht an staatlich geförderten Berufsalternativen für Künstler?

R.sz: Der Strassenstrich von Dingolfing, eine Stadt, die ehemals aufgrund ihrer immensen Bedeutung in der bildenden Kunst auch als das deutsche Silikontal bekannt war, wimmelt heute mit Recht von gescheiterten Aktionskünstlerinnen, die aufgrund ihrer verlebten Kettenraucherhaut von den mautflüchtigen Fernfahrern mithin als bumsende Omas runtergemacht werden. Die Gedanken an reizvolle bumsende Mädchen an den Ausfallstrassen sind längst in weite Ferne gerückt, diese echten Männer müssen saufen und an Bienen mit dicken Titten denken, um willig zu bleiben, ihre LKW-Ladung an Brotzeitbrettchen von Odessa nach Zwolle zu bringen! Aber ich schweife ab…

R.de: Letzte Frage: Sie haben Kritik an zeitgenössischer Kunst anklingen lassen. Brauchen wir ein Revival politischer Kunst oder zumindest rauschartiger Sinneseindrücke, die sich als explosive Auflehnung gegen das Establishment verstehen?

R.sz: Die ehemaligen Großmeister der Psychedelic Art bringen nicht mal mehr einen Slip in Gräfenroda ins Rutschen. Kunst ist unsexy wie nie.

R.de: Herr Schwanz, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Das Interview führte Severin Maut (Praktikant bei rauchschwa.de seit August 2008)

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Äpfel vs. Birnen #2 - Nakhla Shishatabak vs. Makla Kautabak

August 22nd, 2008 by Serge Krokomieder

Nach langer Abstinenz hier nun endlich der zweite Teil des großen Äpfel und Birnen Vergleichs. Diesmal Nakhla Shishatabak, der wohl bekannteste Wasserpfifftabakhersteller aus Ägypten gegen Makla, den Kautabak aus dem belgischen Königreich. Es wird ein harter Kampf auf allen Ebenen, nie waren sich zwei Tabakprodukte so nah und doch so fern.

1. Herkunft

Nakhla stammt aus der arabischen Republik Ägypten, Makla aus der Monarchie Belgien. Belgien wird zerrieben durch die Animosität der Wallonen und Flamen und hält nur durch den internen Kitt der Monarchie und den externen Druck der EU zusammen statt in viele Stücke zu zerspringen. Außerdem würde ein derartiger Failed State im Herzen Europas auch unkontrollierbaren, mutmaßlich negativen, Einfluss auf die eingebürgerte Bezeichnung Benelux-Staaten haben. Flanewalux klingt ein bißchen nach Karneval, würde sich aber trotzdem nur schwer durchsetzen. Ägypten dagegen ist eine arabische Republik mit langer Kulturgeschichte und autoritären Zügen, dafür aber das einzige Land, das jeder ABC-Schütze auf seinem linierten Erstklässlerpapier schon allein dafür schätzt, dass es alle drei Kleinbuchstaben mit Unterlänge, nämlich g, y und p hintereinander aufweist, was auch unter Wörten im allgemeinen eine absolute Seltenheit ist, ein klarer Favorit der Typographen. Eine der Hauptdienstleistungen, die ägyptische Gefängnisse auch für ausländische Interessenten anbieten, ist die Folter, daher Buh für Ägypten und Juhuu für Belgien.

2. Selbstdarstellung

Die offizielle Makla-Internetseite war auf die Stelle nicht aufzutreiben, die Nakhla-Seite (nakhla.com) strotzt dagegen vor Kraft und schildert die Geschichte: “The dream and emblem of that project cherished by the head of the IBIARY’S Family, was the propagation of this products at level of the small town”. Nakhla räumt ab.

3. Geschmack

Shishatabak schmeckt nicht übel, wem’s schmeckt, Kautabak schmeckt nicht übel, wem’s schmeckt, unentschieden.

4. Sorten

Makla bietet verschiedene Sorten an im einstelligen Bereich, Nakhla dagegen weit im zweistelligen.

5. High

Nakhla Shishatabak tief einatmen und man wird duselig. Makla dagegen ist stark, sehr stark und rückt einem die Birne ganz schön zurecht, wenn man es nicht gewöhnt ist. Die richtige Rauschwade kriegt man also beim Makla hinters Schienbein.

6. Konsumform

Nakhla in die Pfeife, Makla in die Fresse. Makla benötigt also keine Accessoires, dafür einen Punkt für die Mobilität. Shishatabak benötigt Zubehör, findet oft im schönen Ambiente statt und hat einen enormen Vertrauensvorsprung und Verbreitungsgrad bei selbsternannten coolen Kids. Dagegen ist Kautabak mit dem Gedanken an schmutzige Containerverladestationen verbunden, für den Nakhla-Shisha-Lifestyle also auch einen Punkt.

Das macht einen im Diplomatenkoffer über die Grenze geschmuggelten Endpunktestand von 4:4, wohl bekomm’s.

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Warum ist Kaugummi härter als man denkt?

August 18th, 2008 by Manbrute Fetzenstein

Nun, diese Frage lässt sich leicht mit dem Hinweis auf die Korrelation von Kaugeschmeidigkeit und Außentemperatur beantworten - Seine petrochemischen Grund- und Füllstoffe reagieren auf sinkende Temperatur mit zunehmender Härte, bis sie schließlich ganz verhärmen und hartherzig werden, vulgo: “gefrieren”. Dieser interessante Vorgang birgt einige Vorteile in sich, die Kaugummi-Genießern in Not das Haupthaar, die Gucci-Überhose bzw. den Mahagoni-Sekretär retten können:

Was tun bei Kaugummiverklebung?

  • Kleidung: Einfach in die Tiefkühltruhe und nach einigen Stunden den gefrorenen Kaugummi einfach ausbrechen.
  • Möbelstücke: Eiswürfel auflegen, bis der Kaugummi ausreichenden Härtegrad aufweist, dann mittels einer Spachtel entfernen.
  • Teppiche: Entweder ab in die Industriekühltruhe oder nach Grönland verschicken und von den dort ansässigen Teppichreinigungsspezialisten von Weltruf sachgerecht entfernen lassen.

…und wieder etwas gelernt, im Hause rauchschwade!

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Vertikale Industrie auch im Ruhestand nicht ganz koscher

Juli 11th, 2008 by Manbrute Fetzenstein

Und dann: Prima Überschrift im offiziellen Blatt des grasgrünen Fortschrittes.

Für alle, die vor Links Angst haben oder von Rechts wegen lieber zusammenhängend lesen, hier die Schlagzeile einer Oma, die’s nicht lassen kann:

Zoll entdeckt Marihuanaplantage einer 69-Rentnerin in Mühle bei Kleve

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Die neuen Rauschbrillen sind da!

Juni 10th, 2008 by Manbrute Fetzenstein

1,3 Promille in 5 Sekunden: Wer könnte jemals den heilsamen Schock vergessen, den er erlitten hat, als er das erste Mal im Verkehrserziehungsunterricht oder beim Mofa-Kurs die Welt durch eine Rauschbrille betrachten musste? Rückwärts einparken? - Passé! Da nahm man sich schleunigst vor, nie mehr im schlagartig alkoholisierten Zustand Auto zu fahren, Billard zu spielen oder Folienkartoffeln zu machen.

Heute sieht die Situation ganz anders aus. Die Jugend ist durch härtere Drogenhöllen gegangen als wir uns das damals jemals hätten vorstellen können. 30% der Abiturienten absolvieren ihre Abschlussprüfung im Dämmerzustand und bestehen trotz Themaverfehlung nur durch - von den meisten Deutschlehrern glücklicherweise hinreichend gewürdigten - Surrealismus. Kinder rauchen Kampfer und Honigtau auf Lunge und werden im Anschluss schwanger.

Für die Verkehrserzieher des Landes ein eindeutiger Anstoß: Eine neue Generation von Rauschbrille muss her! Das Zentralorgan für Trunkenheitssimulation, rauschbrillen.de geht in die Vollen: ” Die “Alcopop-Nighttime-Rauschbrille” ist durch ihre starke Abdunklung für die Heimfahrt-nach-der-Party-Simulation besonders geeignet.”, heißt es dort ganz unprätentiös. Damit ist das Klientel der 12- bis 16-jährigen Autoknacker, denen Bier immer noch zu bitter schmeckt, jedenfalls hinreichend abgedeckt. Die Aus-der-Hausapotheke-verschreibungspflichtige-Medikamente-geklaut-Situation kann dabei ebenfalls abgedeckt werden, mit dem Modell “Twilight-Vision”.

Soweit alles sehr löblich, aber es krankt ganz eindeutig an Modellvariation, wenn die Rauschbrillen als ernstzunehmendes unfallverhütendes Mittel bei der generellen Verkehrserziehung Erfolge feiern sollen. Beispielsweise die “Hausse-Baisse”, die den zornerfüllten Tunnelblick eines Aktionärs nach dem 14-Stunden-Tag mit 35.000 $ Verlust im Mercedes SLK simuliert. Oder wie wäre es mit der “Love Hunter”, die das geifernde Stieren des von der Ehefrau schmerzlich vernachlässigten Romeos bei der Übersprungshandlung auf der A9 nachempfinden lässt? Rauchschwa.de wartet auf Antworten und auf Ansätze, die unsere Autobahnen und Bundesstraßen endlich zu einem sicheren Platz für uns und unsere Kinder machen.

Rauschbrillen im Nahkampfeinsatz

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Nachruf Albert Hofmann

Mai 1st, 2008 by Serge Krokomieder

Wir gedenken des Vaters des LSD, der zur Zeit des Schwarz-Weiß-Fernsehens ungeahnte Farben in die Hirne, Herzen und vermutlich auch Lebern pflanzte.

102 Jahre alt - Mann, da soll nochmal einer mit Umweltverschmutzung und Gesundheitsschäden durch chemische Stoffe kommen.

Im Bild: Billige Alternative zum LSD-Gebrauch

LSD-Alternative

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Ronny Schill: “Ich bin der König von St. Janeiro”

März 7th, 2008 by Manbrute Fetzenstein

Wie immer schwülwarmes Klima. Draußen zischen die Haus-Würgeschlangen ihr Lied von der rechtsstaatlichen Offensive. Die Cocasträucher stehen gerade gut im Saft, das wird eine fabelhafte Ernte. Ronald Schill sitzt in seiner kleinen Scharfrichterbude am Rande von Rio und lässt die Seele baumeln. “Eigentlich braucht man bei so einem lässigen Lebensstil ja gar kein Koks, aber wenn schon so viel da ist, tehehehe!”, schmunzelt er lässig in die Kamera. Er hat sein Paradies gefunden, nun will er es mit uns teilen. “Kleine Hausführung gefällig?”, fragt er voller Tatendrang. Klar, da sind wir dabei. Einen kleinen Gerichtssaal hat er sich bauen lassen, wo er hin und wieder einige Störenfriede verurteilt, “um der alten Zeiten willen”. Gleich daneben ist seine Gladiatorenarena, wo er an Sonntagen gleich nach der heiligen Messe Schwule gegen Neger kämpfen lässt, “das Duell der Underdogs”, erklärt er gut gelaunt.

Wir betreten den Haupttrakt seiner Gutsherrenvilla. Ein großer Globus mit einem großen Deutschland erinnert an die schöne Heimat. “Den hab ich direkt von Mengele übernommen, ist in einem Top-Zustand”, erzählt er mit leuchtenden Augen. Er bittet uns, Platz zu nehmen. Wir sitzen in einem Spiegelsaal mit reich verzierter Stuckdecke und Mahagoni-Holzvertäfelung. Für das Bernsteinzimmer habe sein bescheidenes Auskommen nach der Entlassung als Innensenator nicht mehr gereicht, meint er augenzwinkernd, aber ein Hauch von Bitterkeit schwingt mit. “Justitia, einmal das Kiez-Gedeck, aber ein bisschen plötzlich!”, ruft er unvermittelt. Justitia ist seine Lieblingssklavin. Gleich erscheint sie, mit einem Tellerchen, auf dem ein Häufchen Koks und ein Hundertmarkschein liegen. Man spürt Schill regelrecht die Sentimentalität an. Er wirft Justitia einen liebevollen Blick zu. “Das Urteil lautet: sexy!”, raunt er kokett, er ist bereits wieder bester Laune. “Zu schade, dass das Negerhirn an sich Probleme mit der deutschen Sprache hat, sonst könnte man hier echt was Großes aufziehen.” Ein zweites St. Pauli schwebt ihm vor, nur komplett ohne Kriminalität und Banden. Alles würde er verbieten, was auch nur irgendwie kriminell aussähe. “Ich bin der König von St. Janeiro!”, ruft er mit glasigen Augen.

Sagt es und zieht sich schnell eine neue Line Koks in die Nase, die Verbrechen wittert, wo immer es auch nur aufkeimt. Ronald Schill, der König von St. Janeiro.

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Toleranz für Raucher, industriell und kumpelhaft.

März 7th, 2008 by Manbrute Fetzenstein

Die innovationsfreudigen Rauchbomben von Reemtsma haben die Rauchzeichen erkannt: Während die einen ihren Sturmlauf gegen die rauchende Bande langsam beenden können und sich über gastronomische Rauchfreiheit und sonstige Teilerfolge freuen, heißt es jetzt: Die Ungerechtigkeit zurück ins Boot holen, die tolerante Sau durchs Dorf jagen, das schlechte Gewissen des Gutmenschen ansägen: http://www.toleranz-fuer-raucher.de

Freilich soll niemand als Raucher einer staatlich sanktionierten Hexenjagd obliegen und sich mit seiner Selbstgedrehten nur noch zutiefst diskriminiert auf dem Straßenstrich blicken lassen können - aber so eine sympathische und gesund aussehende Website? Die auch nach nach allen Regeln der statistischen Fälschungskunst aufgezogen ist?

Sehen wir uns mal den nur mittel tendenziösen Fragebogen an: Da kommen dann rhetorische Fragen wie

  • “Gehört für Sie Rauchen zu einem geselligen Zusammensein mit Freunden in einer gastronomischen Einrichtung?”
  • Zukünftig soll bundesweit das Rauchen in gastronomischen Einrichtungen nur noch erlaubt sein, wenn hierfür ein eigenständiger Nebenraum vorhanden ist. Dieser muss zudem kleiner sein als der Nichtraucherraum und darf kein Durchgangsraum sein. Befürworten Sie diese Regelung?
  • Glauben Sie, dass Gastronomen, die ihren Gästen keine Möglichkeit zum Rauchen bieten können, in ihrer Existenz gefährdet sind?

“Gesellig”, “zudem”, “gefährdet”. Da schwillt einem ja sogar als Nichtraucher der Kamm, man möchte beinahe zum BILD-Vokabular greifen und “JETZT SCHLAEGT ES ABER 13!” oder “NICHT MIT UNS!” schreien. Und im sogenannten “Satire-Blog” findet man dann den traurigen Alltag eines EU-Kommissars, der im hohen Alter nicht sterben kann, weil er zu gesund gelebt hat.

Um das hier ein für alle Mal zu unterstreichen: Als Raucher hat man keine guten Argumente! Es gibt überhaupt nichts, was dafür spricht, zu rauchen. Aber warum zum Teufel sollte man sich das wegnehmen lassen? Füht man sich als Raucher nicht irgendwie emanzipierter als alle Anderen? Weil man selber genau weiß, dass es nicht gesund ist, aber man macht es trotzdem? Ist es nicht ein Stück des Lebensstils, dass man drauf scheißt und es sich gut gehen lässt, während andere sich in Richtung Fitness schinden? So sieht es doch aus, meine Damen und Herren.

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