Künstlicher Urin - gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen von sythetischem Urin zum Mitnehmen
Seit einiger Zeit kann man synthetischen Urin kaufen, der es einem ermöglichen soll, immer und überall Drogentests anhand von Urin unbeschadet zu überstehen. Dass mit einem solchen Angebot weitreichende gesellschaftliche und ökonomische Entwicklungen verbunden sind, wird dabei bisher noch übersehen.
Hier einige Eckdaten zum typischen marktüblichen synthetischen Urin:
- 20 ml Füllmenge
- im praktischen Aufreisspack
- immer dabei
- sollte angewärmt werden, um optimale Vergleichbarkeit mit echtem Urin zu erreichen
Zunächst einmal weist die geringe Füllmenge (ein Schnapsglas) auf schwerwiegende gesundheitliche Probleme hin. Soll man in diesem Fall dem Abnehmer der Probe Erkrankungen bis hin zum Prostatakrebs vortäuschen? Oder schüchternes Verkrampfen des Schließmuskels? Auf jedem Fall wird es dem Selbstbewusstsein des Abgebers “Tschuldiung, ging nicht mehr” nicht gerade zur Mehrung gereichen, eine so geringe Menge zu spenden. Das heißt nichts anderes, als dass man auf jeden Fall immer mehrere Päckchen braucht, um unangenehmen Fragen und spöttischen Blicken zu entgehen.
Ein weiteres Problem ist die Notwendigkeit, den künstlichen Urin auf Körperwärme zu bringen. Dazu, und auch aus Gründen des leichten Zugriffs im Ernstfall, ist es offenbar am besten, den Urin gleich in der Unterhose mit sich zu führen. Das bedeutet mittelfristig empfindliche Einbußen für die Industrie der Boxershorthersteller (und das angesichts der aktuellen Krise), denn nur möglichst enge Slips sind auch zur Aufbewahrung geeignet, weil man ja gerade als hipper Drogenfreak Disko und volksfestliche Fahrgeschäfte besuchen will und es doch ziemlich peinlich wäre, wenn einem beim Tanzen mit dem Schwarm der Urin (wenn auch hygienisch verpackt) aus dem Hosenbein fliegt. Auch im Megarotator auf der Kirchweih droht die Entblößung des Päckchens per Zentrifugalkraft.
Dabei ganz übersehen wird - Prost-Mahlzeit Demographische Katastrophe - der damit endgültig unausweichliche Kollaps der Sozialsysteme. Schließlich verringern enge Unterhosen Sperm-Count und Riseability.
Zu guter Letzt bleibt noch das Lifestyle-Argument: “Clean Urin - Immer dabei”. Man sieht die Werbeposter geradezu vor sich. Ein schicker Lümmel mit mutmaßlich aktueller, auf jeden Fall aber klebriger, Promi-Frisur legt den Arm um die Schulter einer überdimensionalen Packung künstlichen Urins - wer braucht da noch Freunde?
Also ein weiteres Objekt, ohne das man nicht mehr das Haus verlässt. Neben Handy, biometrischem Reisepass und Gasmaske kommen auch immer noch mehrere Päckchen artifiziellen Urins, die man sich aber immerhin elegant zwischen Glöckchen und Wurst in den viel zu engen Slip stecken kann. Brave New World…
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März 29th, 2009 at 05:18
Great blog, keep up the work. I have just started my own blog and I love checking out others to see what can be done.
April 22nd, 2009 at 17:46
Good post.
Dezember 3rd, 2009 at 17:53
Omg wie unterbleichtet kann eine Person nur sein?
“Das bedeutet mittelfristig empfindliche Einbußen für die Industrie der Boxershorthersteller (und das angesichts der aktuellen Krise), denn nur möglichst enge Slips sind auch zur Aufbewahrung geeignet, weil man ja gerade als hipper Drogenfreak Disko und volksfestliche Fahrgeschäfte besuchen will” lächerlich -.-
Dezember 3rd, 2009 at 18:32
@snake: Beweis mir das Gegenteil, Herr Wirtschaftsweiser! Aber vielen Dank für deinen vollkommen verständnislosen Kommentar auf youtube-Niveau.
P.S.: Und immer schön unterbleicht bleiben.
Dezember 17th, 2009 at 06:17
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Marsarseredes nolokostrades
Januar 10th, 2010 at 13:14
1. Es soll doch tatsächlich Menschen geben, die bei -X°Celsius an einer Leitplanke einer beliebigen Kraftstraße NICHT 24 Becher füllen können. Da die Menge sowieso irrelevant ist, ist das schonmal kein Argument.
2. Man wird CU ja auch nicht in seiner Senftüten-Form in die Unterhose stecken und bei einer Kontrolle den netten Polizeiwachtmeister nach einer Schere fragen und eine halbe Stunde dreissig Päckchen “synthi-gold” aufreißen.
Gute Güte….Satire: Ok. Der Beitrag aber ist weit unsinniger als das Produkt, welches er beschreibt. Sommerloch?
Januar 19th, 2010 at 12:47
@Onan zum Thema Sommerloch: Wir fühlen uns sehr geehrt, dass Sie uns zutrauen, schon im Winter (13.3.) in solchiges zu fallen und dieses dann auch konsequent durchzuhalten, bis es im Folgewinter endlich diagnostiziert werden kann.
Außerdem: Ich höre nicht, dass sich Hellen Mirren und Seema über den Beitrag beschwert hätten, im Gegenteil: Unsere englischsprachigen Besucher sind begeistert! Das bestätigt uns in unserer Linie und wir werden diesen willkommenen Besuchern auch weiterhin durch knallharte Recherchen und spitzzüngige Reportagen die Ehre erweisen.
Juni 17th, 2010 at 01:33
mmh, von wegen wirtschaftlichkeit: habe gerade meinene job verloren, wegen sonem kack urin-test.
und das weil ich vor 10 jahren, mit 18 einmal mit grass erwischt wurde, jetzt meinen führerschein machen wollt und das amtsgedächtnis leider nicht kifft.^^
hinzu kommt, das die ganze untersuchung mal eben 450,-€ kostet.
weiterhin gibt es für diesen vorgang keine wirkliche rechtsgrundlage, dh die länder können im fall cannabis entscheiden, wie das zu handhaben ist. das cannabis immer noch illegal ist, zeigt eigentlich nur in was für einer schönen neuen welt wir leben. das dieses verbot auf wirtschafts und staatsinteressen zurückgeht kann man bei wikipedia nachlesen.
aber der ordentliche deutsche trinkt gott sei dank immer noch am liebsten sein bier. das macht schön eben schön dumm.
was in diesem beitrag mit spott behandelt wird, ist für andere existenzielle not. aber schadenfreude ist immer noch die beste..
der kommentar mit “..knallharten recherchen”, und so ist ein guter witz, mehr aber auch nicht.